◆Tsushima, das Tor zum eurasischen Kontinent, wird zu einer Basis für die Verbreitung von Friedensprojekten - Der aktuelle Stand von Tsushima, der Grenzinsel -
Nach der Installation des geneigten Schachteingangs im letzten Sommer müssen die Bauarbeiten in Tsushima den Eingang um 10 Meter verlängern und die Strom- und Wasserversorgung verbessern. Wir warten nun auf den Abschluss dieser Vorbereitungen.
Von Waniura, dem nördlichsten Punkt, bis nach Busan in Südkorea sind es nur 40 km, und die Insel ist gut sichtbar. Tsushima war seit der Yayoi-Zeit die wichtigste Verbindung zwischen Japan, der Halbinsel und dem Festland und sozusagen die „Nationalstraße Nr. 1“. Denn selbst kleine Boote konnten die Insel sicher entlang der Küste erreichen. Der Abenteuergeist der Inselbewohner, der schon von Weitem erkennbar war, führte dazu, dass der Handel häufig mit kleinen Booten abgewickelt wurde, wobei man Wetter und Wind geschickt deuten musste.
Das Wei Zhi Wajinden, verfasst von Chen Shou während der Zeit der Drei Reiche in China, enthält eine detaillierte Beschreibung von Tsushima in 200 Schriftzeichen. Für uns Japaner sind jedoch die später auftauchenden Erwähnungen von „Yamataikoku“ und „Himiko“ besonders interessant und beflügeln die romantische Vorstellungswelt der alten Geschichte. Der Watatsumi-Schrein ist auch der Ort, an dem Yamasachihiko Toyotamahime, die Tochter des Meeresgottes, kennengelernt haben soll. Sie wurde später seine Gemahlin, und ihr Enkel war Kaiser Jimmu, der erste Kaiser Japans. Ein Torii-Tor führt vom Meer zum Hauptschrein, und bei Flut strömt Meerwasser auf das Schreingelände.
Dieser Wasserweg markiert den Pfad, den Prinzessin Toyotama einst von ihrem Unterwasserpalast an Land nahm. An seinem Ende befindet sich ein dreibeiniges Torii-Tor, das zum Hauptschrein führt. Das Kojiki erzählt die Gründungsgeschichte des alten Japans, und diese Szene wird hier wieder lebendig. Tsushima ist wahrlich eine Insel voller historischer Romantik.
[Foto] Blick auf Busan von der koreanischen Sternwarte in Waniura, dem nördlichsten Punkt von Tsushima. Gelber Sand und Feinstaub (PM2,5) verdecken den Horizont.
Neben dem Watatsumi-Schrein erhebt sich der Berg Eboshi. Von der Aussichtsplattform auf dem Gipfel bietet sich ein 360-Grad-Panoramablick über die Insel. Tsushima wirkt wie eine Kette kleiner Hügel. Durch die Gebirgsbildung entstandene, überflutete Täler formen eine zerklüftete Küstenlinie, und die plötzlich tiefen Meere bieten Lebensraum für große Fische. Da es kaum flaches Land gibt, mussten Flughäfen auf Berggipfeln errichtet werden, was Starts und Landungen bei starkem Wind erschwert.
Die einzigartige Naturlandschaft Tsushimas entsteht durch die Kombination des ewigen Sommers auf Hawaii mit den drastischen Jahreszeitenwechseln. Es ist eine wunderschöne Insel mit strahlend blauem Himmel und Meer. Doch nur wer die Meeresfrüchte probiert hat – deren festes Fleisch im schnell fließenden Tsushima-Strom wächst – kann ihren wahren Geschmack erfassen. „Wintergelbschwanzmakrele“ ist eine lokale Spezialität.
Am Fuße jedes kleinen oder hügeligen Berges befindet sich ein Torii-Tor. Es gibt Schreine, die die Berge als heilige Objekte verehren, und die einfache Bergverehrung ist noch immer lebendig. Es gibt uralte Schreine und auch den „Amateru-Schrein“, dessen Name an „Amaterasu“ erinnert. Tsushima ist eine Insel der Sonnenverehrung, die mit der Iki-Verehrung des Sonnengottes Tsukuyomi und des Mondes verbunden ist. Die drei Götter, darunter Susanoo-no-Mikoto, sind die letzten drei Götter, die Izanagi und Izanami bei der Erschaffung des Landes geboren wurden.

[Foto] Watatsumi-Schrein: Das dreibeinige Torii-Tor birgt eine verborgene historische Liebesgeschichte
Die Geschichte Tsushimas ist reich an bedeutenden Ereignissen, wie den zahlreichen Ruinen aus der Yayoi-Zeit, den Mongoleninvasionen der Kamakura-Zeit, den koreanischen Missionen der Edo-Zeit und dem Russisch-Japanischen Krieg der Meiji-Zeit. Doch im heutigen Zeitalter des Pazifiks und der auf Amerika ausgerichteten Diplomatie scheinen diese Ereignisse in Vergessenheit geraten zu sein. Davon profitieren jährlich 180.000 Touristen aus Korea, und in den Straßen von Izuhara, der Hauptstadt der Insel, ist Hangul allgegenwärtig.
Aufgrund der geringen Anzahl japanischer Touristen kämpft die Tourismusbranche, einschließlich Gasthäuser und Hotels, ums Überleben. Der Mangel an Industrie hat zudem zu einem Bevölkerungsrückgang geführt, da junge Menschen auf der Suche nach Arbeit ins Ausland abwandern. Die Insel leidet außerdem unter der Alterung der Bevölkerung und der sinkenden Geburtenrate. Dasselbe Phänomen lässt sich auf Iki beobachten, über das wir bereits berichtet haben. Tsushima ist nicht einfach nur eine Grenzinsel. In der heutigen Zeit, in der der Welthandel scheinbar hauptsächlich über See- und Luftwege abgewickelt wird, sind Landwege zweifellos die Handelsrouten, die tiefe Freundschaft und Frieden fördern können.
In diesem Sinne lassen sich die „Internationale Autobahn“, die Japan von der Halbinsel mit dem eurasischen Kontinent verbinden soll, sowie der „Japan-Korea-Tunnel“ und der „Beringstraßen-Tunnel“, die als ihre Ausgangspunkte dienen werden, als Projekte bezeichnen, die eine neue Kultur schaffen werden. Ist es übertrieben zu sagen, dass die Konzepte der „Landwege“ und der „Landverbindungen“ ein neues Japan hervorbringen werden?