■Über 1.000 koreanische Inspektionsteilnehmer und Besucher besuchen die Karatsu-Nagoya-Schrägauffahrt im Japan-Korea-Tunnel.
Die Führungen durch den Karatsu-Nagoya-Schrägschachttunnel für Besucher aus Südkorea finden seit Neujahr dieses Jahres ununterbrochen statt. Bis Ende Juli hatten bereits über 1.000 Besucher das Gelände erkundet, Ende August waren es schon 1.200. Auch Gruppen von Schülern der Mittel- und Oberstufe sowie Studenten besuchten die Anlage während der Sommerferien, und es werden weiterhin Führungen gebucht.
Jede Tour wird mit einem großen Bus durchgeführt, der 40 bis 50 Personen Platz bietet. Die meisten Besucher kommen aus den südkoreanischen Provinzen Gyeongsang und Jeolla, von wo aus der Hafen von Busan gut erreichbar ist, einige reisen aber auch aus der Hauptstadt Seoul an. Die Tour findet am Vormittag statt und dauert anderthalb Stunden. Zuvor werden die Burg Karatsu und das Burgmuseum Nagoya besichtigt. Nach einem Zwischenbericht und einem Vortrag von Direktor Okubo Yoshitaka machen die Teilnehmer ein Erinnerungsfoto vor dem Tunneleingang, sehen das Ende des 540 Meter langen Tunnels und lassen den Tag anschließend bei einer Wassermelone auf dem Platz vor dem Lagerhaus ausklingen.
Danach fuhren wir zur Aussichtsplattform über dem geneigten Schacht hinauf und blickten auf die vier Yobuko-Inseln und Iki, und weiter westlich auf Korea. Tsushima war natürlich nicht zu sehen, Korea also nicht. Nach unserer Ankunft im Hafen von Hakata mit dem Boot von Busan konnten wir endlich in Ruhe Richtung unserer Heimat blicken. Für Koreaner ist Japan das „nächste fremde Land“. Der schwache Yen ist ein Grund dafür, aber wir scheinen auch eine starke Sehnsucht nach Japan zu haben.
Nach den Erdbeben in Kumamoto am 14. und 16. April fanden drei Wochen lang keine Inspektionen statt, doch seither hat sich die Lage allmählich erholt. Anti-koreanische und anti-japanische Ressentiments werden keine Zukunft für Japan und Korea schaffen. „Selbst wenn wir sie intellektuell verstehen, können wir sie emotional nicht akzeptieren.“ Durch den verstärkten Austausch können Japan und Korea nun neue Gefühle entwickeln und frischen Wind in die Beziehungen bringen.
Die Gruppe wird anschließend Nagasaki, Aso, Beppu, Dazaifu und weitere Orte besuchen, um Japan kennenzulernen. Sollten die Besucher in Südkorea über das Projekt berichten, wäre dies ein wichtiger Schritt für das Japan-Korea-Tunnelprojekt.
[Foto] Mittel- und Oberschüler aus Seoul und der Provinz Gyeonggi, 26. Juli
[Foto] Ein genauer Blick auf die Anschlagtafel auf dem Platz
[Foto] Ich höre mir einen Vortrag von Regisseur Yoshitaka Okubo an
[Foto] Inspektionsteam aus der Provinz Süd-Jeolla, 30. August