Kim In-ho, Vorsitzender der Korea International Trade Association (KITA), der sich selbst als „Evangelist des Korea-Japan-Tunnels“ und „Evangelist der koreanisch-japanischen Wirtschaftsgemeinschaft“ bezeichnet, pendelt regelmäßig zwischen Korea und Japan und setzt sich auf vielfältige Weise für die Verbesserung der Beziehungen zwischen den beiden Ländern ein. In einem Vortrag an der Waseda-Universität in Japan am 18. April betonte Kim In-ho, dass die wirtschaftliche Integration zwischen Korea und Japan für die Zukunft Ostasiens unerlässlich sei.
An diesem Tag hielt Vorsitzender Kim vor über 200 Studenten, Dozenten und Mitarbeitern in der Ibuka-Gedächtnishalle der Waseda-Universität einen Vortrag mit dem Titel „Die Wahrnehmungen und Rollen junger Intellektueller aus beiden Ländern für den gemeinsamen Wohlstand Koreas und Japans im 21. Jahrhundert“.
In seiner Rede betonte Vorsitzender Kim: „In unserer über 1500-jährigen Geschichte wurde der wirtschaftliche Wohlstand stets dann aufrechterhalten, wenn unsere beiden Länder eine Beziehung des gegenseitigen Nutzens und der Zusammenarbeit pflegten.“ Er fügte hinzu: „Unsere beiden Länder teilen die Ideale der Demokratie, der Marktwirtschaft und der internationalen Zusammenarbeit. Im Einklang mit den aktuellen Forderungen nach der Bildung einer ostasiatischen Wirtschaftszone müssen wir die wirtschaftliche Integration vorantreiben und gemeinsam auf die Vision einer koreanisch-japanischen Gemeinschaft hinarbeiten.“
Er nannte außerdem folgende Maßnahmen zur Sicherung des gemeinsamen Wohlstands zwischen Korea und Japan: ▲ Abschluss der Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen zwischen Korea und Japan, ▲ Wiederaufnahme der Wirtschaftsministertreffen zwischen Korea und Japan, ▲ Einrichtung eines regelmäßigen politischen Dialogkanals und ▲ Ausbau des Austauschs zwischen Privatwirtschaft und Wirtschaft.
Zuvor hatte Vorsitzender Kim mit seinen Äußerungen zum Korea-Japan-Tunnel während eines gemeinsamen Interviews mit der JoongAng Ilbo und der Nihon Keizai Shimbun im Handelszentrum in Samsung-dong, Seoul, am 12. April für Aufsehen gesorgt. Vorsitzender Kim, der als beratender Vorsitzender der World Peace Tunnel Foundation tätig ist, teilte während des Interviews seine verschiedenen Ansichten zur Verbesserung der Beziehungen zwischen den beiden Ländern mit.
In Asien sind Südkorea und Japan die einzigen beiden Länder mit einer Bevölkerung von 50 Millionen und einem durchschnittlichen Jahreseinkommen von über 20.000 US-Dollar. Die Voraussetzungen für eine Zusammenarbeit zwischen diesen beiden Ländern sind ideal. Historisch gesehen haben beide Länder von guten Beziehungen profitiert. Auch heute noch sind Kooperation und Offenheit gegenüber der Außenwelt für Südkorea von Vorteil und könnten für Japan den Durchbruch nach den verlorenen 20 Jahren (der Heisei-Rezession) bedeuten.
Die Frage der Trostfrauen ist durch das zwischen den beiden Regierungen geschlossene Abkommen nicht vollständig gelöst. Wir müssen anerkennen, dass die damit verbundenen Gefühle weiterhin bestehen. Jeder übereilte Versuch, diese Situation künstlich zu lösen, wird nur zum Scheitern führen. Eine Ausweitung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit – sowohl quantitativ als auch qualitativ – wird es uns ermöglichen, auch andere Probleme zu lösen.
Das Freihandelsabkommen zwischen Korea und Japan ist ein notwendiger Schritt für die beiden Länder, um sich als Wirtschaftsgemeinschaft weiterzuentwickeln. Angesichts des weltweit zunehmenden protektionistischen Handels durch Hegemonialmächte und Großmächte ist die Zusammenarbeit in neuen Branchen im Rahmen dieses Abkommens wichtiger denn je.
„Eine unternehmerische Nation schaffen“ lautet das Motto der Korea International Trade Association. Dies ist der Weg zur Revitalisierung der koreanischen Wirtschaft. Unternehmen sind die treibende Kraft der Wirtschaft. Bislang hat sich der Staat zu stark in die Wirtschaft eingemischt, was zu einer Vielzahl von Regulierungen geführt hat. Wir müssen zu den Grundprinzipien der Marktwirtschaft zurückkehren und Unternehmen freie Hand lassen. Unternehmen müssen Arbeitsplätze schaffen und maßgeblich zur Verteilung von Wohlstand und Sozialleistungen beitragen. Die neue Regierung muss lediglich eine Vision zur Revitalisierung der Wirtschaft vorlegen.
Der Korea-Japan-Tunnel gilt als letzter Schritt im Infrastrukturprojekt der wirtschaftlichen Gemeinschaft. Angesichts der zukunftsorientierten Beziehungen beider Länder ist er unerlässlich. Nach Fertigstellung wird die Bauzeit über zehn Jahre betragen und einen regen Technologieaustausch beinhalten. Selbstverständlich ist auch eine enge Zusammenarbeit zwischen Regierungen, Unternehmen und Finanzinstitutionen beider Länder erforderlich. Der Bau eines Unterseetunnels könnte aus wirtschaftlicher Notwendigkeit auch die Nordkorea-Frage lösen. Sollten die politischen Führer beider Länder dem Bau des Korea-Japan-Tunnels zustimmen, könnten die bestehenden Konflikte möglicherweise auf einmal beigelegt werden.
Nationale Führungskräfte mit globaler Ausrichtung müssen in die Zukunft blicken, nicht in die Vergangenheit oder Gegenwart. Gerade in Zeiten des jüngsten Anstiegs totalitärer Tendenzen in China sind Südkorea und Japan die beiden Länder mit denselben ideologischen und philosophischen Zielen, die den wirtschaftlichen Austausch fördern können. Es wäre wünschenswert, wenn die Staats- und Regierungschefs beider Länder das Thema aus einer umfassenderen Perspektive betrachten würden.
(Reporter Cho Ju-hoon)
Artikel wurde ursprünglich auf Koreanisch verfasst und ins Japanische übersetzt. Sie
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