■ Das im Bau befindliche Büro in Tsushima soll die 30-jährige Geschichte des Projekts präsentieren.
Tsushima konzentriert sich derzeit auf die Bauarbeiten vor Ort, mit der Installation des Aren-Tunneleingangs vor zwei Jahren und der Erweiterung auf 20 m im letzten Jahr. Derzeit wird jedoch ein Büro eingerichtet, in dem sich Besucher über den Baufortschritt und die Geschichte des Projekts informieren können.
[Foto] Tsushima Koura Büro, zusammen mit dem Aren-Schachtstandort an der Westküste
Das Büro befindet sich in Koura, Gemeinde Izuhara, wo sich auch der Hafen von Izuhara, das Tor zum Meer, befindet. Die Gemeinde liegt im heutigen Fuchu auf der Insel Tsushima und ist nur 10 Autominuten vom Fährhafen entfernt. Früher lag das Büro in der Nähe der einzigen Nationalstraße, die 80 km von Norden nach Süden verläuft. Da diese Nationalstraße in den letzten Jahren jedoch direkt durch die Berge gebaut wurde, liegt das Büro nun nicht mehr an der Straße. Es befindet sich aber weiterhin an einem wichtigen Punkt des Japan-Korea-Tunnelprojekts.
Die Bevölkerungszahl von Tsushima ist stetig gesunken. Während sie einst bis zu 90.000 erreichte, liegt sie heute kaum noch über 30.000. Das einst geschäftige Restaurantviertel, Heimat der Tintenfischfischerboote, ist völlig verwaist. Stattdessen strömen jährlich 200.000 Koreaner auf die Insel und halten den Tourismus am Laufen. Koreaner sind ein alltäglicher Anblick in der Stadt, und viele scheinen Stammkunden zu sein. Koreanisch wird überall gesprochen, selbst in Supermärkten, die nur von Einheimischen besucht werden. Sogar der Fährhafen musste in separate Bereiche für Japaner und Ausländer unterteilt werden. Diese Insel ist Koreas nächstgelegenes ausländisches Land.
Das Konzept und das Bewusstsein des modernen Nationalstaats haben Grenzen geschaffen und Konflikte ausgelöst. Umgekehrt sind sie aber auch zu einem Tor für den Austausch geworden. Tsushima, eine Grenzstadt, ist eine Insel von großer Bedeutung für Japan und Ostasien.
[Foto] Der Hafen von Izuhara, das Tor zum Meer bei Tsushima. Wie der Name schon sagt, sind die Wellen, die hier an die Küste branden, rau.