Es versteht sich von selbst, dass der Bau des Japan-Korea-Tunnels einen enormen Einfluss auf die Revitalisierung der geplanten Region haben wird. Sofern das Projekt nicht im Einklang mit der Natur umgesetzt wird und die lokale Wirtschaft fördert, wird es unmöglich sein, die Unterstützung der Bevölkerung zu gewinnen. Die beiden Inseln Iki und Tsushima unterscheiden sich zwar erheblich in ihrer Größe, haben aber vieles gemeinsam. Beide liegen wie Verbindungsstücke zwischen Japan und Korea und waren lange Zeit strategische Punkte auf den Seewegen. Einst zählten sie zu den acht Provinzen des Saikaido, bekannt als Provinz Iki bzw. Provinz Tsushima.
Die Charakteristika von Iki und Tsushima lassen sich in einem Wort zusammenfassen: Iki ist „feminin“, Tsushima „maskulin“. Erstere ist fast berglos und sanft hügelig, während letztere extrem steile Gipfel aufweist und die gesamte Insel praktisch ein durchgehendes Gebirge bildet. Trotz dieser unterschiedlichen Topografie bestechen beide Inseln durch ihre wunderschönen Küsten. Schroffe Klippen, verwinkelte Buchten und Meeresarme unterschiedlicher Größe sowie das smaragdgrüne und kobaltblaue Meer bilden einen markanten Kontrast zum tiefen Grün der Binneninseln und schaffen so eine wahrhaft atemberaubende Landschaft. Beide Inseln wurden 1968 zum „Iki-Tsushima-Quasi-Nationalpark“ erklärt und locken dank ihrer landschaftlichen Schönheit, die unter dem Schutz der Regierung steht, zahlreiche Touristen an.
Iki und Tsushima liegen heute in der Präfektur Nagasaki und sind Inseln mit jeweils rund 50.000 Einwohnern, die unter Bevölkerungsrückgang leiden. Sobald der Japan-Korea-Tunnel eröffnet ist, werden die beiden Inseln zweifellos völlig unterschiedliche Entwicklungswege einschlagen. Je genauer wir die Inseln betrachten und ihre Lage dreidimensional analysieren, desto deutlicher wird, dass sie zwar unterschiedlich sind, aber auch jeweils ihre eigenen, unverwechselbaren Merkmale besitzen. Im Folgenden werden wir
die Probleme jeder Insel herausarbeiten und ihre Vorteile und Möglichkeiten aufzeigen, um eine realistische Vision für ihre Zukunft zu entwerfen.
Werfen wir zunächst einen Blick auf die Insel Iki. Iki besteht aus vier Städten: Gonoura, Ishida, Ashibe und Katsumoto. Die Präfektur hat ihren Sitz in Gonoura, dem Verwaltungs-, Kultur- und Bildungszentrum der Insel. Die Stadt zählt 14.600 Einwohner und erstreckt sich über eine Fläche von 44 km². Gonouras Geschichte reicht bis ins späte 15. Jahrhundert zurück, als der Hata-Clan Iki vereinigte und in Takefumizu eine Burg errichtete, deren Zentrum die Burg Kametake bildete. In Gonoura befinden sich auch das Gonoura Onsen (25 Grad warmes, salzhaltiges Thermalbad) sowie Sehenswürdigkeiten wie Takenotsuji und Saruiwa. Vom kleinen Hügel Takenotsuji bietet sich ein herrlicher Ausblick, auf dem man in der Ferne Tsushima erkennen kann.
Die Stadt Ishida hat 5.700 Einwohner und eine Fläche von 16 km². Sie verfügt über einen Flughafen. Der Elektrizitätsmagnat Yasuzaemon Matsunaga wurde hier geboren, und die Matsunaga-Gedenkstätte befindet sich in der Nähe seines Geburtshauses. Viehzucht ist ein florierender Wirtschaftszweig, und Wagyu-Rindfleisch ist berühmt. Es gibt außerdem zahlreiche Obstplantagen, und die Küste bietet hervorragende Angelmöglichkeiten.
Die Stadt Ashibe war einst die Provinzhauptstadt und beherbergt berühmte historische Stätten wie den Ankokuji-Tempel, das Schlachtfeld der Mongoleninvasionen und die malerische Sakyo-bana-Küste. Die große Kolonie des Japanischen Spindelbaums (Iwadarenezu) ist als Naturdenkmal ausgewiesen. Die Stadt hat 11.200 Einwohner und eine Fläche von 45 km².
Die Stadt Katsumoto beherbergt Yunomoto Onsen (51–56 Grad, Salzwasserquelle), eine wunderschöne Bucht mit einem kleinen Fischerhafen, und bietet ein ideales Erholungsgebiet. Die Stadt hat 8.500 Einwohner und eine Fläche von 30 km².
Wie bereits erwähnt, teilen die vier Städte die Insel deutlich in vier Viertel, von denen jedes seine eigenen Besonderheiten aufweist. Allen vier Städten gemeinsam ist, dass sie über Häfen verfügen und sich um Hafenstädte herum entwickelt haben. Zudem besitzen sie wunderschöne Küstenabschnitte, die viele Besucher anziehen.
Als Nächstes wollen wir die Probleme der vier Städte herausarbeiten und einen Blick in die Zukunft von Iki Island werfen.
Zunächst listen wir die Probleme und Herausforderungen der vier Städte auf:
1) Ein gemeinsames Problem der vier Städte ist die stagnierende oder leicht rückläufige Bevölkerungszahl. Zudem altert die Bevölkerung. Es ist eine deutliche Abwanderung junger Menschen zu beobachten, und es besteht ein dringender Bedarf an Maßnahmen, um die Rückkehr zu fördern.
2) Die vier Städte kontrollieren sich gegenseitig, anstatt miteinander zu konkurrieren. Dadurch herrscht ein zu großes Gleichgewicht zwischen ihnen, was das Image von Iki zu beeinträchtigen scheint. Die vier Städte müssen zusammenarbeiten, um das Gesamtbild der Insel zu verbessern.
3) Die Insel ist extrem flach und besteht vollständig aus sanften Hügeln, Ebenen und Wäldern. Derzeit fehlt es jedoch an einer durchdachten Landnutzung und an Hauptstraßen, was die Orientierung erschwert. Es ist dringend notwendig, einen Masterplan für alle vier Städte zu erstellen, und es besteht ein starker Wunsch nach einer der Insel angemessenen Entwicklung. Bei der Erstellung des Masterplans sollte der Bau des Japan-Korea-Tunnels als Voraussetzung berücksichtigt werden.
4. Ein wesentlicher Faktor, der die Entwicklung der Insel hemmt, ist der Widerspruch, dass sich das tägliche Leben über drei Präfekturen erstreckt: Fukuoka als wirtschaftliches Zentrum, Nagasaki als Verwaltungszentrum und Karatsu als geografisches Zentrum. Solange dieser Widerspruch nicht klarer aufgelöst wird, gestaltet sich die Zukunft der Insel zunehmend kompliziert. 5.
Ikis einzigartige Wirtschaftszweige wie Shochu, Wagyu-Rindfleisch und Obstanbau sollten genutzt und gleichzeitig neue Branchen eingeführt werden, die das Image der Insel verbessern. Darüber hinaus bieten Ikis malerische Küste, Buchten und kleinen Häfen ideale Voraussetzungen für einen maritimen Freizeitstandort. Diese sollten besser genutzt werden.
6. Das flache Terrain erleichtert die Bebauung. Die Lage der Insel, ideal für Ferienhäuser, könnte nach dem Bau eines Tunnels nach Kyushu zukünftig auch als Wohngebiet für Fukuoka dienen. Sportanlagen wie Tennisplätze, Golfplätze, Schwimmbäder und Fußballfelder sollten ebenfalls auf der Insel errichtet werden.
Die vier Städte auf Iki sollten ein System entwickeln, das Touristen als Feriengebiete mit Sportanlagen anzieht und gleichzeitig ihre jeweiligen Stärken optimal nutzt und die lokale Wirtschaft fördert. Ideal wäre es, die Entwicklung auf folgende Bereiche zu konzentrieren: Gonoura als Ferienort mit seinen Thermalquellen, Ishida für die lokale Industrie, Katsumoto für Gesundheits-, Medizin- und Bildungseinrichtungen und Ashibe für Sportanlagen. Selbstverständlich sollten die Städte miteinander vernetzt sein und kooperieren, um eine integrierte Entwicklung der Insel zu erreichen.



[Resort-Wohngebiet] Dieses Gebiet eignet sich sowohl als Wohngebiet am Stadtrand einer wirtschaftlich bedeutenden Stadt wie Fukuoka als auch als Wochenendresidenz. Sportanlagen sind hierbei unerlässlich, und die Nähe zu Wellness- und Thermalbädern ist wünschenswert. Die Häuser sind freistehende Einfamilienhäuser im Resort-Stil mit großen Gärten von durchschnittlich 100 Tsubo (ca. 330 m²).
[Förderung lokaler Wirtschaftszweige] Zur Förderung lokaler Wirtschaftszweige wie Shochu, Wagyu-Rindfleisch und Obstbau sind die Einrichtung von Steakrestaurants mit touristischem Bezug und die Herstellung von lokalem Wein denkbar. [
Ansiedlung und Bau von Einrichtungen] Dank des warmen Klimas und der heißen Quellen der Insel bietet sich die Möglichkeit, Einrichtungen für Senioren in einer alternden Gesellschaft zu schaffen. Dazu gehören Langzeitunterkünfte mit geriatrischer Versorgung und Seniorenwohnungen. Weitere Möglichkeiten sind die Ansiedlung und der Bau eines umweltfreundlichen, hochmodernen Forschungsinstituts und einer Gesundheitseinrichtung (z. B. eines Spas mit Thermalquellen) mit Fitness- und Sportanlagen.
[Bau verschiedener Sportanlagen] Derzeit gibt es nur einen Golfplatz auf der Insel, doch die Topografie ermöglicht den Bau mehrerer weiterer. Da die Insel zudem für Trainingslager von Sportlern geeignet ist, könnten die derzeit für die Trainingslager der Universitäts-Sportvereine genutzten Anlagen um Tennisplätze, Fußballfelder, Baseballfelder, Schwimmbäder, Gateballplätze und andere Einrichtungen für Senioren erweitert werden.
[Bau eines Yachthafens] Die Küstenregion der Hauptinsel verfügt über zahlreiche Buchten und bietet ideale natürliche Bedingungen für den Bau von Yachthäfen. In jeder der vier Ortschaften könnte mindestens ein Yachthafen entstehen.
[Anlage einer Marathonstrecke] Der Umfang der Hauptinsel beträgt ca. 60 km. Dort soll eine 42,195 km lange Marathonstrecke angelegt werden, sodass der jährliche „Iki-Marathon“ sowohl als stadtweites als auch als nationales oder internationales Event ausgetragen werden kann.
Aus dem Vorangegangenen lassen sich die zukünftigen Schwerpunkte für die vier Städte wie folgt zusammenfassen:
1) Jede Stadt soll ihre eigenen, unverwechselbaren Merkmale,
ihren eigenen Charme und ihre Individualität besitzen.
2) Ein einheitliches Erscheinungsbild für die vier Städte
ist notwendig. Ein Gesamtbild, das alle vier Städte vereint, ist unerlässlich. Wir wollen ein Bild, das die Frage „Was für eine Insel ist Iki?“ in einem Wort beantwortet.
3) Ausgewogenheit zwischen den
vier Städten ist wichtig. Es ist nicht zielführend, wenn nur eine Stadt hervorsticht; ein gewisses Gleichgewicht zwischen den vier Städten ist entscheidend.
4) Ein gemeinsames Gesicht für die vier Städte
. Gonoura, das derzeitige Zentrum, wird als Aushängeschild und Zentrum fungieren – sowohl dem Namen nach als auch in der Realität. Um dies zu erreichen, müssen neben den administrativen Einrichtungen auch die kulturellen, kommerziellen, Informations- und Bildungseinrichtungen ausgebaut werden. Zudem muss ein reibungsloser Verkehrsfluss in die anderen drei Städte gewährleistet werden.
Iki
. Verwaltungsinformationen, Veranstaltungskalender und Informationen zu Sehenswürdigkeiten.
http://www.city.iki.nagasaki.jp/
Entwicklung und Ausblick für die Regionen Iki und Tsushima
Überblick über den Japan-Korea-Tunnel
Projekt